DABEI-Innovationsklima-Index 2011 - Wie kommt Deutschland vom "Heureka!" zum "Hurra!"?

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Oder lesen Sie nachfolgend die Zusammenfassung der Studie:

Management Summary

 
Die Deutsche Aktionsgemeinschaft Bildung-Erfindung-Innovation e.V. (DABEI) wurde vor über 25 Jahren als Reaktion auf die japanische Herausforderung gegründet, um die Innovationskraft Deutschlands zu stärken. DABEI versteht unter Innovation die Umsetzung einer Invention in ein am Markt erfolgreiches Produkt oder Verfahren. In der vorliegende Studie beschäftigen wir von DABEI uns mit den Fragen: Welche Innovationswider­stände existieren in Deutschland? Und wie können wir diese Widerstände überwinden, um unser Innovationspotenzial freizusetzen?
 
Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir quantitative und qualitative Untersuchungsmethoden mitein­ander verknüpft. Als Voruntersuchung haben wir frei verfügbare Studien ausgewertet, die Aussagen über den Stellenwert von Innovation und die Bedeutung von Innovationshemmnissen zulassen. Im Rahmen einer Breitenerhebung haben wir, wie bereits im letzten Jahr, eine Umfrage über den DABEI-Innovationsklima-Index durchgeführt. Diese haben wir diesmal ergänzt durch Interviews mit Experten für Deutschland und für jeden Kontinent der Erde. Dadurch konnten wir das Innovationsklima in Deutschland aus einer Innen- und einer Aussensicht bewerten sowie Innovationsstärken und -schwächen ermitteln.
 
Der DABEI-Innovationsklima-Index 2011 zeigt, dass sich das Innovationsklima in Deutschland leicht verbessert hat und nun im neutralen Bereich liegt. Dies spiegelt die allgemeine verhaltene Konjunktur­erholung wider.

Abb.: DABEI-Innovationsklima-Index (Bildmaterial von fotolia)
 
 
In einem Ranking der Innovationswiderstände kamen folgende Widerstände unter die Top Five, aus denen wir die darunter stehenden Schlussfolgerungen gezogen haben:
 
  • Kurzfristiges Wirtschaften / Shareholder Value-Gedanke
  • Innovation ist eine Investition in die Zukunft.

  • Besitzstandswahrung / Lobbyismus
  • Innovation bedeutet schöpferische Zerstörung.

  • Zu viel Bürokratie
  • Innovation heißt gestalten, nicht verwalten.

  • Angst vor Veränderung
  • Innovation braucht Risikobereitschaft, nicht Vollkaskomentalität.

  • Unflexible Organisation / Abteilungsdenken
  • Innovation funktioniert anders als Produktion.

     
Die beiden Innovationswiderstände „Zu wenig Unternehmergeist“ und „Defizite der Bildungs-, Forschungs- und Transferpolitik“ sind als Absteiger aus den Top Five herausgefallen, befinden sich aber immer noch in den Top Ten und werden von den Studienteilnehmern immer noch als wichtig bewertet. Die Top-Aufstei­ger bei den Innovationswiderständen – natürlich im negativen Sinne – sind „Schlechte Führung“ mit zwölf Plätzen und „Fehlendes Verantwortungsbewusstsein“ mit neun Plätzen. Unsere Schlussfolgerung: Innova­tion braucht Entrepreneure und Intrapreneure.
 
Die größten Innovationsstärken Deutschlands sind eine gute Infrastruktur, ein hohes Maß an Wissen und Kreati­vität, kein Werteverfall und eine niedrige Korruption, ein ausreichendes Patentwesen sowie genügend Markterschließungs-Aktivitäten.
 
Aus der globalen Perspektive liegen Deutschlands Innovationsvorteile vor allem in einem guten Ausbil­dungssystem und der industrienahen Forschungslandschaft, in der in vielen Fächern „Research for Fac­tory“ betrieben wird. Nachteile liegen in einem fehlenden Fokus bei Bildung und Forschung, der fehlenden Servicekultur sowie geringer Flexibilität und Risikobereitschaft, die sich in einem gering ausgeprägten Un­ternehmergeist niederschlagen.
 
Aus den Ergebnissen haben wir sechs Themenfelder abgeleitet, in denen wir für Deutschland dringenden Handlungsbedarf sehen:
 
  • Langfristig Werte schaffen – Vom Shareholder Value zum Shared Value
  • Deutschland braucht mehr Führungskräfte, die einen „Shared Value“-Ansatz verfolgen, indem sie eine Ver­bindung zwischen wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt schaffen.

  • Bestehende Pfründe abbauen – Von verkrusteten Strukturen zu schöpferischer Zerstörung
  • Deutschland muss verkrustete Strukturen aufbrechen und „schöpferische Zerstörung“ zulassen, um den dynamischen Fortschritt nicht zu blockieren.

  • Staatliche Regelwut bändigen – Von der Beamtenwirtschaft zu Lean Government
  • Deutschland braucht eine schlanke Verwaltung, die Verschwendungen vermeidet und die richtigen An­reize für Unternehmertum setzt.

  • Innovationen fördern, nicht Inventionen – Vom High-Tech-Fokus zu Konzept-kreativen Geschäfts­model­len
  • Deutschland braucht mehr Unternehmer, die Konzept-kreative Geschäftsmodelle entwickeln und um­setzen.

  • Innovationskultur etablieren – Von der Wissensgesellschaft zur Kreativgesellschaft
  • Deutschland muss eine nationale Innovationskultur entwickeln, die den Wandel von der Wissens- zur Kreativgesellschaft beschleunigt.

  • Inventionen kapieren, nicht kopieren – Vom Inventor zum Imovator
  • Deutschland braucht mehr Imovatoren, also intelligente Imitatoren, die die Erfindungen und For­schungsergebnisse anderer kapieren und mit optimiertem Kundennutzen auf den Markt bringen.

 
Deutschland setzt in vielen Bereichen verstärkt auf das „Heureka!“ des Erfinders und zu wenig auf das „Hurra!“ des Marktes. Somit möchten wir die generelle Entwicklungsrichtung für Innovationen in Deutschland mit folgen­dem Motto kennzeichnen:
 
Vom „Heureka!“ zum „Hurra!“